Geschichte

  • Diese Chronik wurde anhand der Unterlagen aus der Zunftlade erstellt. Die Geschichte unserer Zunft ist nicht gerade lückenlos, die wichtigsten Ereignisse können jedoch nachvollzogen werden. Zum großen Teil wurden die originalen Formulierungen verwendet, um die damaligen Verhältnisse und Einstellungen hervorzuheben.

    • 1672

      Ab diesem Zeitpunkt gab es eine Zunft der Maurer, Baumeister und Zimmerleute.

    • 1738

      Erlaß der erzfürstlichen Kanzlei der Herrschaft von Bregenz. Erweiterung auf andere Berufe (Barbiere, Bierbrauer, Färber, Schreiner, Müller,...).

    • 1768

      Ältestes bekanntes Dokument: ein Lehrzeugnis vom Gericht Lingenau.

    • 1829

      Zusammenschluß der Zunft: Hittisau - Lingenau - Langenegg - Sibratsgfäll - Reute.

    • 1832

      Am 10. Jänner wurde die Handwerkerzunft Hittisau - Bolgenach gegründet. Erster Zunftmeister war Johann Peter Dorner. Die Teilung wurde bewilligt am 21.8.1832 durch die hohe Landesstelle zu Innsbruck. Die bisherigen Statuten wurden übernommen. Die Meister mußten sich einkaufen. Bei der Gründung waren 61 Meister anwesend, welche den "ewigen Gulden" einzahlten.

    • 1835

      7. Jänner: Teilung von Geld und Mobilar mit Lingenau. Hittisau erhält die neue Zunftlade und ein Bildnis des Hl. Josef.

    • 1836

      Es sind nur noch die Hälfte und weniger anwesend. Vorsteher Johann Konrad Bechter spendet 127 Gulden. In den Folgejahren sind nur noch Wahlergebnisse vermerkt.Bis in die 70er Jahre des 19 Jhdt. stand das Zunftwesen in voller Blüte, geriet aber dann vielleicht aus Folge seiner Starrheit in Verfall. Viel schönes und gesundes ist damit entschwunden.

    • 1883

      17.9 - Infolge des Vordringens der Industrie erließ der Handelsminister eine Verordnung zur Bildung von Gewerbegenossenschaften.

    • 1886

      Zur Schlichtung der Streitigkeiten wurde ein neues Statut ohne Widerspruch zur modernen Gewerbeordnung erstellt. Alle feindlichen, dem Handwerk zuwider laufenden Zusammenkünfte, sind für jeden Meister bei Strafe von 5 Gulden verboten! Wenn ein Meister das weiß und nicht anzeigt wird 1 Gulden verrechnet.

      Beim Tod eines Meisters ist der Witwe ein Geselle beizustellen, so daß sie das Handwerk fortführen und der Lehrling die Profession erlernen kann. Kein Lehrmeister kann einen aufgedungenen Lehrling vor Ablauf der Lehrzeit abschaffen. Der Meister hat dem Gesellen bei der Entlassung ein Zeugnis auszustellen. Kein Meister soll einen Gesellen bereden bei seinem Meister auszutreten und bei einem anderen Arbeit anzunehmen (Strafe 1Gulden). Unter den Zunftgenossen soll wahre Freundschaft und hohe Achtung vor den ehrbaren Zunftgebräuchen herrschen, man soll sich gegenseitig grüßen und eine Begeisterung für alles Hohe und Schöne soll der tiefste Geist der Zunft sein.

      Im Auflösungsfalle geht das Zunftinventar in den Besitz der Gemeinde Hittisau über. Die Zinsen des Zunftgeldes sollen zur Aufrechterhaltung des ewigen Jahrestages verwendet werden.

    • 1890

      Lehrlinge und Gesellen werden als Angehörige der Mitglieder betrachtet.

    • 1898

      Statut für die Gehilfenversammlung der Genossenschaft. Zweck: Erhaltung der Standesehre, geregelte Zustände zwischen Gewerbeinhaber und Gehilfen. Geordnete Zustände in Herbergen und Suffhäusern. Mitwirken bei Sarglegungen und Fürsorge bei erkrankten Gehilfen.

    • 1908

      Verordnung der Stadthalterei Innsbruck zur Gründung von Fachgenossenschaften.

    • 1912

      Der Genossenschaftsobmann aus Egg gestattet bis auf weiteres die Gesellenprüfung in Egg abzuhalten.

    • 1922

      Es wird eine periodisch erscheinende Zeitschrift eingeführt.

    • 1924

      Neuordnung der Gebühr. Jahresrechnung 1923: 860.800 Gulden. Verlust des gesamten Vermögens durch die extreme Geldabwertung.

    • 1928

      Auflösung der Handwerksmäßigen Gewerbegenossenschaft wegen der geringen Vermögenswerte.

    • 1929

      Bildung des Vereins Handwerkerzunft Hittisau-Bolgenach am 2. April nach geändertem Statut von 1832. Zweck: Aufrechterhaltung des ewigen Jahrestages, Pflege des Kameradschaftlichen Geistes unter den Handwerkern. Besondere Rechte und Pflichten ergeben sich nicht.

    • 1932

      In diesem Jahr wurde der Bäckermeister Karl Schelling zum Zunftmeister gewählt.

    • 1938

      Zunftmeister wurde der Hittisauer Schreinermeister Josef Dorner. Dessen Enkel Wolfgang und Werner sind heute aktive Mitglieder der Zunft.

    • 1941

      Der Verein wird auf Anordnung des damaligen Regimes aufgelöst. Auch nach mehrmaligen Bemühungen seitens des damaligen Zunftvorstandes und nach Erstellung von angepassten Satzungen durfte der Verein nicht mehr bestehen. Die Ersparnisse mussten an ein Bankhaus in Wien und an die Tiroler Standschützen überwiesen werden.

      Trotzdem trafen sich die Handwerker (inoffiziell) alljährlich am Zunfttag und setzten so den Grundstein für einen Weiterbestand des Vereins. Leider haben es die Verantwortlichen versäumt nach den Kriegsgeschehnissen den Verein wieder ordnungsgemäß anzumelden, weshalb die Handwerkerzunft die nächsten 60 Jahre unwissentlich "schwarz" arbeitete.

    • 1948

      Zum neuen Zunftmeister wurde der Wagnermeister Josef Bundschuh. Auch dessen Enkel Elmar Bundschuh arbeitete später im Zunftvorstand mit.

    • 1956

      Adolf Reidel, Bäckermeister aus Hittisau, wurde am ewigen Jahrtag zum neuen Zunftmeister gewählt.

    • 1966

      Wieder wurde ein neuer Zunftmeister gewählt: der Elektrikermeister Herbert Bilgeri. Während seiner Amtszeit stieg die Mitgliederzahl der Zunft von damals 72 auf heute stolze 177 Meister, Gesellen und Lehrlinge.

    • 1971

      Weihe der neuen Fahne nach Entwurf von Karl Schwärzler aus Lustenau durch Pfarrer Adolf Huber mit seinem Ministranten Wolfgang Dorner und Ignaz Bartenstein. Fahnenpatin ist Barbara Sutterlüti, Schneidermeisterin aus Hinteregg. Fähnrich Anton Hagspiel, Nebenfähnrich Ewald Lässer und Jodok Nenning.

    • 1995

      In diesem Jahr wurde der Schlossermeister Josef Eberle zum Nachfolger von Herbert Bilgeri und damit zum neuen Zunftmeister gewählt. Für seine Verdienste während der 30-jährigen Amtszeit wurde Herbert Bilgeri am Zunfttag 1996 zum Ehrenzunftmeister der Zunft ernannt.

      In diesem Jahr wurde auch eine außerordentliche Versammlung für alle Mitglieder einberufen. Dabei hatten alle Anwesenden die Möglichkeit, die vom Vorstand ausgearbeiteten Vorschläge zu einer wirtschaftlichen Neubelebung der Zunft zu unterstützen oder abzulehnen. Jene Punkte, bei welchen das Interesse besonders groß war, versuchen die Verantwortlichen nun unter Mithilfe aller Mitglieder systematisch zu verwirklichen.

      Als erster Schritt und als starkes Zeichen der Handwerker wurde die Verwirklichung des gemeinsamen Austellungsraumes unter dem Motto HAND & WERK zentral vorgenommen. Quartalsmäßig hatten Handwerksbetriebe die Möglichkeit sich in diesem Raum der Öffentlichkeit zu präsentieren.

    • 1997

      ZM - zünftige Mitteilungen erscheint das erste Mal.

    • 1998

      "Traumzeit aus - Aufbruch Hittisau " unter diesem Motto ist die Zunft Mitorganisator einer außerordentlichen Gemeinschaftsausstellung mit Landwirtschaft, Handel, Gastronomie und Handwerk vom 1.5. - 3.5.1998. In über 30 Transportcontainer die im Dorfzentrum aufgestellt wurden, präsentierten sich Betriebe der Öffentlichkeit.

      Anlässlich dieser Veranstaltung wurde das Gemeinschaftswerk "Rechenschieber" (nach Vorschlag von Harald Schwarz) beim Schulzentrum Hittisau verwirklicht. Das Gemeinschaftswerk soll die Zusammenarbeit, zwischen Schule und Wirtschaft dokumentieren. Es soll ein künstlerischer Akzent bei unserem Schulzentrum bzw. in unserem Dorf sein. Das ist Kultur, und es zeigt wie offen die Handwerker in diesem Dorf sind. Es soll Schüler, Lehrer, und Besucher inspirieren, soll Menschen darauf aufmerksam machen wie wichtig Bildung ist.

      Ebenfalls bei dieser Veranstaltung gelang es dem Zunftmitglied Martin Bals den längsten Hobelspan der Welt zu hobeln. Er war exakt 1400,3 m lang.

    • 1999

      Beitritt zum neu gegründeten Werkraum Bregenzerwald.

    • 2000

      Preisjassen 2000, Neufassung der Statuten

      Bei näherem Betrachten des Vereinsbestehens musste leider festgestellt werden, dass der Verein 1941 auf Anordnung des damaligen Regimes aufgelöst und später nicht mehr angemeldet wurde. So konnte das Jubiläum "60 Jahre Schwarzarbeit im Verein" gefeiert werden.

    • 2001

      Neugründung des Vereines am Zunfttag in Sibratsgfäll, wir sind die jüngste Zunft Vorarlbergs. Dem Verein kann nur am Zunfttag (Montag nach Dreikönig) beigetreten werden. Mitglieder des Vereines können alle physischen unbescholtenen Personen werden, die österreichischer Staatsbürger sind, einen handwerksmäßigen Beruf lt. § 94 der GewO 94 bzw. einen Beruf lt. Beiblatt erlernen od. erlernt haben, diesen Beruf in Hittisau od. Sibratsgfäll ausüben, oder ihren Hauptwohnsitz in Hittisau od. Sibratsgfäll haben.

      Als Generalsponsor der Zunft tritt die Raiffeisenbank Vorderwald auf. Diese eigene Homepage www.zunft.at wird erstellt, eine Informationsseite in der sich auch die Zunftbetriebe vorstellen können.

    • 2002

      Im August zeigte sich die Zunft bei der Handwerksausstellung in Bezau. Der Verein und deren Zunftbetriebe präsentierten sich in Wort und Bild. Dazu wurde von den Betrieben ein Stand in Holz und Stahl errichtet, dieser wurde mit einem Wasservorhang ummantelt um Interesse zu wecken.

    • 2004

      Start des Projektes Vorderhand gemeinsam mit der Handwerkerzunft Riefensberg/Krumbach und der Hauptschule Hittisau. Schüler können nach eigenen Ideen und Entwürfen Werkstücke in Kombination zwischen Schule und Handwerksbetrieben zeichnen und errichten, damit gewinnen die Schüler Einsicht in Betriebe und die Handwerker stellen sich ihrem Nachwuchs vor. Bei der Schlußveranstaltung werden die Gewerke bewertet und der Öffentlichkeit präsentiert.

    • 2005

      Die junge Veranstaltung "Funzelfest" zum Faschingsbeginn wird ins Leben gerufen. Diese Veranstaltung ersetzt den traditionellen Zunftball, der wegen des geringen Besucheransturms und wegen den etwas schwierigen Saalbedingungen pausiert.

    • 2007

      Nach zwölfjähriger Führung und nach erschaffen eines intensivem Aufschwung des Vereins legt Josef Eberle sein Amt zurück. Als neuer Zunftmeister wird der Elektriker Stefan Bilgeri gewählt, erstmaliger Zunftmeister aus Sibratsgfäll. Zu diesem Zeitpunkt werden 210 Mitglieder gezählt.

      Das Projekt Vorderhand wird wegen großem Interesse der Schüler wieder durchgeführt.